Das Biathlonzentrum in Antholz hat nach der Mure im September Schäden erlitten, die nun beziffert wurden. Die Reparaturarbeiten sollen bis Dezember abgeschlossen sein, da im Januar der Weltcup beginnt. Der Präsident des Biathlon Weltcup Komitees, Lorenz Leitgeb, schätzt die Kosten auf etwa 1,5 Millionen Euro. Betroffen sind ein Ausschankbereich, die Küche, Lagerflächen, Technikräume, der Mittelspannungstransformator sowie Toilettenanlagen. Ein Teil der Kosten übernehmen die Versicherungen der Gemeinde und des Betreibers, doch die Deckungssumme wird wahrscheinlich nicht vollständig reichen, so Leitgeb.
Finanzierung der Reparatur bleibt unklar
Der Betreiber hat die genaue Summe nicht preisgegeben. Der Antholzer Bürgermeister Thomas Schuster erwähnt, dass die Gemeinde im Falle einer Lücke bei der Finanzierung der Reparaturarbeiten mit der jährlichen Konzessionsgebühr von rund 170.000 Euro aushelfen könnte. Zudem sei noch etwa ein Drittel der Zahlung für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 ausständig. Dabei handle es sich vor allem um Personalkosten und Dienstleistungen, die das Antholzer Weltcup-Komitee für die Stiftung Milano-Cortina übernommen hatte, erklärt Leitgeb.
Stiftung Milano-Cortina erhält 150 Millionen Euro
Der Staat hat am 17. September 150 Millionen Euro per Dekret an die Stiftung Milano-Cortina übertragen. Das derzeitige Defizit beläuft sich auf rund 310 Millionen Euro. Der Ausgleich müsste bis zum 31. Dezember 2026 geschehen, denn mit Ende des Jahres wird die Stiftung aufgelöst. Für die verbleibende Summe müssen die Regionen und Provinzen aufkommen, der Anteil für Südtirol liegt dafür bei rund 5 Millionen Euro. Die Stiftung Milano-Cortina ist zudem für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 verantwortlich. Die genaue Summe, die noch ausstehen, wird nicht preisgegeben. Thomas Schuster nennt die Übernahme dieser Aufgaben durch das Biathlon Weltcup Komitee „eine wichtige und mutige Entscheidung“. An anderen Veranstaltungsorten sei die Stiftung Milano-Cortina selbst Betreiber gewesen und hätte die Anlagen anschließend wieder an die Infrastrukturgesellschaft SIMICO übergeben.
Die Gefahr für das Biathlonzentrum wird als gering eingeschätzt, doch andere Infrastrukturen wie die Landesstraße könnten in Gefahr sein. Der Bürgermeister ist überzeugt, dass die Schäden deutlich gravierender ausgefallen wären, wenn die anderen Schutzdämme nicht vorhanden gewesen wären. Die Maßnahme wird auf jeden Fall reichen, um das Biathlonzentrum zu schützen. Durch die Gletscherschmelze hätte sich nämlich auch der Startpunkt der Ereignisse verlagert, wodurch mehr Material ins Tal gelangen könnte. Zusätzlich wurde der unterste Schutzdamm im Zuge der Aufräumarbeiten nach der Mure um acht bis zehn Meter erhöht. „Die Maßnahme wird auf jeden Fall reichen, um das Biathlonzentrum zu schützen. Andere Infrastrukturen wie zum Beispiel die Landesstraße könnten aber in Gefahr sein.“



